Freitag, 27. August 2010
In den Boulevardzeitungen häufen sich die Meldungen vom „Todesbakterium NDM-1“, was man aber als schlichte Panikmache abwerten kann.
Erstens ist NDM-1 kein Bakterium, sondern ein Genabschnitt, der den Träger resistent gegen Antibiotika macht; Und zweitens tragen nur sehr wenige Bakterien diese Resistenz.
Dennoch lassen sich immer weniger bakterielle Infektionen mit den bewährten Medikamenten behandeln. Aber woran liegt das ?
Einerseits an der ungenügend betriebenen Forschung.
Antibiotika sind für Pharmakonzerne nicht profitabel, weil sie nur kurz eingenommen werden, und nicht über mehrere Jahre, wie es z.B. bei Medikamenten gegen Bluthochdruck der Fall ist.
Andererseits wird immer noch viel zu sorglos mit Antibiotika umgegangen.
Viele nehmen sie schon bei leichten Erkältungen oder Kopfschmerzen, obwohl sie in letzterem Fall noch nicht einmal wirken. Oder die Packung wird nicht, wie vorgeschrieben, vollständig aufgebraucht. Das führt dazu dass die Erreger Resistenzen entwickeln, weil sie sich in unserer Darmflora mit körpereigenen , bereits resistenten Bakterien, austauschen. Dies tun sie aber nur, wenn sie mit Antibiotika konfrontiert werden, ansonsten hätte eine solche Resistenz keinen Nutzen für sie.
Deshalb ist es nicht nur für einen selbst schädlich, zu viele und zu oft Antibiotika zu nehmen, sondern man schadet auch anderen, weil die resistenten Erreger sich natürlich verbreiten und so das ganze Problem erst in diesem Ausmaß entstehen kann.
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